Reifenratgeber

Echt abgefahren - Profil und Reifenverschleiß

Echt abgefahren - Profil und Reifenverschleiß

Reifen sind Verschleißartikel.

Grundsätzlich bestimmen der Fahrstil, die Beladung des Fahrzeugs, die Streckenverhältnisse und die Pflege (Luftdruck!) die Reifenhaltbarkeit. Ungewöhnliche Verschleißmerkmale deuten dabei auf Mängel am Reifen oder am Fahrzeug hin: Für kleine Abplattungen rund um die Lauffläche können defekte Stoßdämpfer die Ursache sein. Übermäßiger Verschleiß der Laufflächenmitte deutet auf zu hohen, stark abgefahrene Reifenschultern hingegen auf zu geringen Fülldruck hin.

Einseitig abgefahrene Schultern lassen Fehler in der Achsgeometrie vermuten; Veränderungen der Achseinstellungen können durch häufiges Überfahren von Hindernissen - z.B. Bordsteinen - entstehen. Abplattungen können mitunter bei längerer Standzeit des Fahrzeugs auftreten.

Keinesfalls üblich ist die Sägezahnbildung an den Querrillen des Reifenprofils. Sie ist vom Reifentyp abhängig, von der Achskonstruktion und -geometrie und auch vom Fahrstil. Wenn die Achsgeometrie stimmt, hilft meist nur das Wechseln der Reifen von vorne nach hinten. Die Sägezahnbildung verringert sich allmählich und ebenso das damit verbundene starke Abrollgeräusch. Durch regelmäßigen Rädertausch (etwa alle 10.000 km) wird ein gleichmäßiger Verschleiß aller Reifen erreicht, dabei sollte möglichst ein seitengleicher Radwechsel (links vorn nach links hinten usw.) vorgenommen werden (bei laufrichtungsgebundenen Profilen zwingend, bei allen anderen empfehlenswert). Ein solcher Rädertausch bietet sich beispielsweise bei dem jährlichen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen an.

In der EU gilt für Reifen eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Aus Sicherheitsgründen sollten Sommerreifen jedoch spätestens bei 2 mm Restprofiltiefe (Breitreifen bei 3 mm) ausgetauscht werden. Winterreifen dagegen verlieren spätestens bei 4 mm Profiltiefe ihre gewohnten Fahreigenschaften auf Schnee und Eis.

Die jeweilige Mindestprofiltiefe muss in der Praxis immer über den gesamten Reifenumfang eingehalten werden.

Erste Hinweise auf das Erreichen der Verschleißgrenze kann der Autofahrer dabei auch ohne Messgeräte wie Profiltiefenprüfer erkennen, die für ein paar Euro beim Reifenhändler oder im Autozubehör zu erstehen sind.

Denn die im Profilgrund der Lauffläche integrierten Abriebindikatoren (Tread Wear Indicator, TWI) bilden bei 1,6 mm Restprofiltiefe im Profilgrund schmale durchgehende Stege. Die Lage dieser Indikatoren ist ganz oben auf der Seitenwand des Reifens - je nach Reifenhersteller - durch Dreiecke, die Buchstabenkombination TWI oder durch kleine Firmensymbole gekennzeichnet.

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